Von ruhig-geruhsamer Urlaubszeit kann in diesen Sommertagen nicht die Rede sein. Unsere Küchenbranche hält uns in dieser Ferienzeit mit überraschenden Meldungen auf Trab. Und das waren keineswegs Allerweltsnachrichten, die uns da ins Redaktionsstübchen flatterten… Wir hätten uns gern über die pikante Verflechtung von Lieferant und Verband mit VME-Chef Frank Stratmann unterhalten. Ein Interview war bereits zugesagt, ein Termin vereinbart. Leider wurde Herr Stratmann kurz zuvor krank, so dass in der vorliegenden Ausgabe ausnahmsweise kein Interview veröffentlich wird. Sicherlich lässt sich das Gespräch nachholen. Wir bleiben auf jeden Fall am Ball.
Nun mag der VME/Brinkmeier-Deal für die Betroffenen durchaus eine große Tragweite haben. Für die gesamte Branche sind indes die Entwicklungen bei Alno und Nobia wichtiger. Bei beiden Küchenkonzernen geht es aktuell hoch her.
So hängt bei den Schweden der Haussegen schief. Nobia scheint immer noch nicht so recht zu wissen, ob man nun Industrie- oder Handelskonzern ist. Außerdem steckt der neue Nobia-Chef Morten Falkenberg nun seine Claims bei Nobia ab und baut eine Mannschaft nach seinem Gusto um sich auf. So verlor Poggenpohl-Chef Elmar Duffner seinen Nobia-Vorstandsposten - trotz aller Meriten, die sich Duffner bei der Edelmarke verdiente. Jedenfalls ging Duffner den Schweden jetzt von der Fahne und wechselte zu Alno. Mit Duffner verließen weitere Manager die Herforder. Es sieht also nicht so gut aus rund um Poggenpohl. Und auch die Mama Nobia wird noch für manche Schlagzeile sorgen.
Wechselt Duffner vom Regen in die Traufe? Auf jeden Fall werden die Aufgaben für den mit vielen Lorbeeren bedachten Küchenmanager bei Alno nicht leichter. Anfang nächsten Jahres will Duffner in Pfullendorf die operative Führung übernehmen, im Jahr darauf soll er Max Müller als Vorstandschef beerben. Soweit die Planung. Auf jeden Fall gelang dem neuen Alno-Gesellschafter und Interimschef Max Müller mit dem Engagement von Duffner ein vielbeachteter Schachzug.
Müller will seinem designierten Nachfolger auf dem Alno-Chefsessel 2013 ein aufgeräumtes Haus übergeben. Da muss er sich sputen. Denn seit rund 10 Jahren wird am Alno-Haus renoviert, repariert und umgebaut. Bislang ohne erkennbaren Erfolg. Geblieben ist ein großes Haus mit mürbem Fundament, das stets mit einem Fuß in der Pleite hängt.
Von friedlicher Sommerzeit also keine Spur. Die Branche bleibt aufregend.
Ihr Claus Birkner
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